Schnee in Spanien oder: Die 4 häufigsten Fehler bei der Arbeit mit Quellen

Kennst du das? Eine Kollegin schickt dir einen Link zu einem Zeitungsartikel: "Schon gehört – in Barcelona schneit es!" Du bist im Urlaub in der Nähe von Barcelona und denkst dir so: Wie kann das sein? Denn du sitzt ja gerade bei 22 Grad in der Sonne.

Kennst du das? Eine Kollegin schickt dir einen Link zu einem Zeitungsartikel: „Schon gehört – in Barcelona schneit es! Ist ja Wahnsinn!“ Du bist im Urlaub in der Nähe von Barcelona und denkst dir so: Wie kann das sein? Denn du sitzt ja gerade bei 22 Grad in der Sonne. Doch das Mysterium klärt sich schnell auf.

Beim Blick auf das Datum des Artikels wird dir klar, wo der Irrtum liegt: Die Kollegin ist über eine Schlagzeile im Internet gestolpert, ohne die Aktualität zu prüfen – und damit wären wir schon beim ersten häufigen Fehler mit Quellen.

Fehler Nr. 1: Veraltete Quellen

Was der lieben Kollegin passiert ist, kann im Wirrwarr der täglichen Nachrichten- und Social-Media-Flut schnell passieren. Beim Texten sollten wir aber in der Regel darauf achten, dass unsere Quellen so aktuell wie möglich sind. Vor allem bei Studien und Statistiken kommt es darauf an, dass wir die neuesten Erkenntnisse und Zahlen in unseren Text einbauen – und nicht irgendwelche veralteten Forschungsergebnisse.

Wir berufen uns auf Quellen, um Thesen zu untermauern und glaubwürdiger zu wirken. Wenn wir mit veralteten Angaben hantieren, passiert aber das Gegenteil: Wir machen uns unglaubwürdig.

Also: Immer schön aufs Datum gucken – und das am besten im Text angeben!

Fehler Nr. 2: Nur eine Quelle wird benutzt

Noch eine kleine Anekdote aus meinem Texterinnen-Leben: Letztens habe ich in einem Reisebericht über einen Vulkanfelsen geschrieben. Dazu suchte ich mir einige Informationen, unter anderem die Höhe und die Anzahl der Treppenstufen, die auf diesen Felsen führen. Ich wurde stutzig: In meiner Quelle stand, dass der Felsen über 700 Meter hoch sei und über 700 Treppenstufen hinaufführen. Das passte nicht zusammen. Bei über 700 Metern müssten es, über den Daumen gepeilt, doch mindestens dreimal so viele Stufen sein.

Ich war froh, dass ich meinen gesunden Menschenverstand eingeschaltet hatte, denn kurze Zeit später kam ich dem Irrtum auf die Schliche: Die Quelle hatte sich mit Metern und dem englischen Maßeinheit „Foot/Feet“ vertan.

Ich zog eine weitere Quelle hinzu und fand die richtige Angabe, die realistischerweise bei etwa 200 Metern lag. Übrigens wurde der Fehler leider bereits in vielen anderen Reiseberichten übernommen.

Also: Es lohnt sich oft, in mehrere Quellen zu schauen, um schneller auf Fehler aufmerksam zu werden.

Lies auch: Inga, was hältst du von den Medien heutzutage?

Fehler Nr. 3: Unglaubwürdige Quellen

Wo hast du das gelesen? Das frage ich nicht nur bei der Recherche, sondern auch im Alltag ab und zu ganz gerne. Zum Beispiel, wenn jemand mit irgendwelchen fadenscheinigen Gesundheitstheorien um die Ecke kommt. Oder den neuesten Tipps zum Geld anlegen. Oder sonstigem gefährlichen Halbwissen.

Wir sollten viel mehr darauf achten, wo und was wir lesen, als erworbenes Wissen sofort mit aller Welt zu teilen: Ist der Herausgeber der Quelle bekannt? Hat unsere Quelle eine Expertise, zum Beispiel im Bereich Gesundheit? Ist sie objektiv? Stützt sie sich auf wissenschaftliche Fakten? Verfolgt sie bestimmte Interessen?

Also: Stütze dich beim Texte schreiben auf vertrauenswürdige Quellen. Das können wissenschaftliche Publikationen sein, offizielle Institutionen, Fachzeitschriften oder auch renommierte Medien.

Fehler Nr. 4: Nicht die Originalquelle prüfen

Zur Inspiration und Orientierung kannst du mit Sekundärquellen arbeiten, also zum Beispiel Zusammenfassungen oder populären Artikeln. Für deine Texte schaust du aber am besten in die Primärquellen, also Studien, offizielle Dokumente oder auch – ganz altmodisch – Bücher. 😉

Auch wenn du mit KI arbeitest, lohnt es sich, dir die Quellen bei einer Recherche anzufordern und diese zu prüfen: Ab und zu fantasiert die KI doch noch! Auch das ist mir gerade erst wieder unterkommen: Die KI lieferte mir eine Erklärung für einen Namen, den ich in anderen (seriösen) Quellen nicht so wiederfand. Beim Blick in die Originalquelle vermeidest du, dass du Aussagen und Zahlen aus dem Zusammenhang gerissen verwendest, ärgerliche Fehler der Sekundärquelle übernimmst oder Zitate falsch wiedergibst.

Also: Es wirkt glaubwürdiger und professioneller, wenn du aus der Originalquelle zitierst als aus einer weniger seriösen oder wissenschaftlichen Sekundärquelle. Mach auch deutlich, wenn du für deinen Content mit einer Expertin oder einem Experten gesprochen hast, zum Beispiel ein Interview oder Telefonat geführt hast.

Mehr Tipps, wie du seriöse Quellen erkennt, findest du in dieser seriösen Quelle

Mache deine Quellen transparent

Ein weiterer häufiger Fehler: mit Quellen arbeiten – aber sie nicht aufführen. Egal ob in deinem Blog, einem LinkedIn-Beitrag oder in einem Newsletter: Vor allem wenn du mit Zahlen, Zitaten oder sehr speziellem Wissen arbeitest, solltest du deine Quellen am Ende des Textes nennen. Überlade deine Leser*innen nicht mit einem Haufen von Fußnoten, aber gib für die wichtigsten Fakten seriöse Quellen an.

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